Nackt und nass und manchmal quakt´s

Großaufnahme eines Frosches
Foto: W. Willner

Wer kennt sie nicht, diese Verwandlungskünstler: Sowohl im Wasser als auch an Land sind sie zu Hause, und manche machen sich durch lautes Quaken bemerkbar.

Frösche, Kröten und Unken, Molche und Salamander gehören zur faszinierenden Welt der Amphibien, auch Lurche genannt. Insgesamt gibt es 21 heimische Arten.

Vor allem während der Laichzeiten sind die Lurche in Gefahr: Jedes Jahr werden Tausende Kröten und Frösche während ihrer Wanderungen Opfer des Straßenverkehrs.

Aber nicht nur der Verkehr bedroht die Amphibien: Noch problematischer ist die Zerstörung von Lebensräumen und Laichgewässern und die zunehmend eintönige Landschaft. Denn die Lurche können langfristig nur überleben, wenn ihre Lebensräume erhalten bleiben. Der Alpen-Kammmolch und die Rotbauchunke sind unmittelbar vom Aussterben bedroht, mancherorts sogar schon verschwunden. Viele andere Populationen sind bedenklich zurückgegangen. Wie stark die verschiedenen Arten bedroht sind, belegt die Rote Liste.

Amphibienwanderung 2015 im Vest

Mit den steigenden Temperaturen und den ersten warm-feuchten Nächten sind auch die Amphibien im Vest wieder aktiv und begeben sich in den nächsten Tagen und Wochen vor allem in den frühen Abend- und Nachtstunden auf die Wanderung zu ihren Laichgewässern.

Auf ihrem anstrengenden Weg müssen sie die vom Menschen geschaffenen Hindernisse überwinden. Dazu zählen verschiedene unpassierbare Bauwerke vor allem aber auch Straßen. Lurche, die bei der Überquerung von Autos überrollt werden, sind meist direkt tot oder verenden qualvoll. Doch auch der Strömungsdruck der Autos bei Fahrgeschwindigkeiten über 40 km/h wirkt sich oft tödlich auf die weichen Amphibienkörper aus. Ein besonders umsichtiges Fahrverhalten ist daher in den Abendstunden bis ca. 24 Uhr (in windgeschützten Bereichen bis ca. 2 Uhr) in Waldgebieten und Straßenabschnitten erforderlich, die Gewässer queren oder parallel zu ihnen verlaufen. Eine besonders aufmerksame Fahrweise ist in diesen Gebieten unerlässlich.

Auch Sie können Amphibien schützen:

  • Engagieren Sie sich in einer unserer Ortsgruppen und tragen z. B. mit Sammelaktionen aktiv zum Schutz bei!

  • Bio kaufen – wer Bio kauft, tut auch etwas für unsere Amphibien. Biobetriebe erhalten die Vielfalt in unserer Kulturlandschaft: Sie erhalten wichtige Biotopstrukturen, wie Kleingewässer und Hecken. Auf ihren Äckern und Wiesen können unsere Amphibien leben, denn sie verzichten auf Herbizide, Pestizide und synthetische Dünger.
  • Kaufen Sie nur Holzprodukte aus FSC zertifiziertem Holz. Dies trägt zur verträglicheren Bewirtschaftung unserer Wälder bei – wichtiger Lebensraum für viele Amphibienarten.
  • Achten Sie als AutofahrerIn auf Straßenabschnitte mit Amphibienwechsel. Wenn möglich: Meiden Sie im ausgehenden Winter und Frühling Straßenabschnitte mit Amphibienwanderung.
  • Melden Sie Straßenabschnitte mit vielen überfahrenen Amphibien der zuständigen Naturschutzbehörde und der örtlichen BUND-Gruppe.
  • Retten Sie Amphibien, die in Löcher, Roste und Schächte gefallen sind und verschließen Sie derartige Zugänge (geht auch ohne Sondergenehmigung!).

  • Gärtnern Sie biologisch und verzichten Sie auf chemische Spritzmittel.

  • Legen Sie einen Gartenteich als Lebensraum und Laichgewässer für Amphibien an.

  • Verzichten Sie auf Fische im Gartenteich – sie sind Nahrungskonkurrenten und fressen Laich.

  • Legen Sie einen Kompost- und einen Totholzhaufen an. Amphibien nutzen diese zum Überwintern und als Versteck.

  • Gestalten Sie Ihren Garten mit heimischen Stauden und Gehölzen. Legen Sie eine Wildblumenwiese an. Damit bieten Sie Amphibien einen idealen Lebensraum und Nahrung.

 Danke!

 

 

 



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