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Kreisgruppe Recklinghausen

Botanische & ornithologische Friedhofsführungen

Grabmal der "Trauernden Witwe" auf dem evangelischen Friedhof in Recklinghausen. Grabmal der "Trauernden Witwe" auf dem evangelischen Friedhof in Recklinghausen.  (I. Bischof)

Ein Gang über den ehemaligen evangelischen Friedhof an der Halterner Straße ist wie Blättern in einem interessanten Geschichtsbuch, das sowohl einen Teil der historischen Entwicklung Recklinghausens widerspiegelt, als auch im Zusammenhang mit dramatischen Ereignissen während der Weltkriege steht.

Recklinghausen war bis ins 19. Jahrhundert eine katholisch geprägte Stadt, denn das Religionsedikt des Erzbischofs Ferdinand von Bayern (1614) untersagte Nicht-Katholiken den dauerhaften Aufenthalt im Vest. Erst 1802 erhielt der erste evangelische Bürger die Genehmigung, sich in Recklinghausen niederzulassen.

Unter preußischer Herrschaft im 19. Jahrhundert entwickelte sich Recklinghausen zunehmend zu einer industriell geprägten Stadt und die Anzahl der evangelischen Bürger stieg bis 1876 erst auf 500 , dann auf 25 000 im Jahr 1908.

Ein erster evangelischer Friedhof außerhalb der Stadtmauern an der Hohenzollernstraße wurde schnell zu klein und so wurde 1898 das Grundstück an der Halterner Straße erworben. Bis 1962 wurde dieser Friedhof dann von der evangelischen Stadtgemeinde genutzt und 1964 aus Kostengründen der Stadt Recklinghausen übergeben. Heute finden nur noch selten Beerdigungen auf den alten Wahlgräbern auf diesem Friedhof statt, da seitdem keine neuen Grabstellen mehr erworben werden können.

Es finden sich Gräber und Grabstellen für:

  • Pfarrer

  • die ehemalige Brauereifamilie Schäper (seit 1908)

  • die Bauunternehmerfamilie Kufus

  • die Industriellenfamilie Still

  • die beiden Ehemänner der "Trauernden Witwe"

  • russische Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg

  • deutsche Soldaten aus beiden Weltkriegen

  • Spartakisten, die beim Kapp-Putsch ums Leben kamen

  • Bombenopfer des Luftangriffs von 29.03.1945

Gebäude

  • Friedhofskapelle (1904 eingeweiht), heute bekannter unter dem Namen "Grüne Kapelle"

  • Umkleidehäuschen für den Pfarrer, heute unser vom BUND gemietetes Pfarrhäuschen

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