Kreisgruppe Recklinghausen

 Das Hestermannwäldchen ist ein über viele Jahrzehnte sich selbst überlassener, naturnaher Wald in direkter Nachbarschaft zur ehemaligen Zeche König-Ludwig 1.2.6.

Das Gebiet ist Landschaftsschutzgebiet und von großer Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt. Es stellt sich dar als eine äußerst wertvolle Biodiversitätsinsel. Wir treffen dort auf eine große Vielfalt und die unterschiedlichsten Biotope:

  1. das Wäldchen, Biotop 0057, mit altem Laubmischwald, schon in den ersten Satelliten-

              aufnahmen vom Anfang des 20 Jh. sichtbar und seitdem durchgängig als Wäldchen

             erkennbar

          2. die Halde Hestermann mit jüngerem Bewuchs, aufgeschüttet von 1990 bis ca. 1998

          3. das Biotop 0058 mit Wiese, insbesondere im Frühjahr weiträumig vernässt

         4. das Feuchtgebiet im Nordzipfel des Biotops 0058 mit Schilf und Binsen

         5. die Grabeländer mit z. T. Gemüseanbau

         6. der mit Schadstoffen belastete Teerbach und sein unbelasteter Seitenarm

Dort nun will die Stadt, angelehnt an frühere Planungen (Emscherland 2020), Umgestaltungen vornehmen. Die aktuelle Umsetzungsplanung sieht vor, den Hestermannweg als breiten Radweg inklusive Bankett auszubauen (rot eingezeichneter Weg). Das bedeutet, dass Bäume gefällt und umfangreiche Verkehrssicherungsmaßnahmen notwendig würden. Auch wenn ein unabhängiges Radwegenetz sicher sinnvoll ist, sollte es nicht wieder auf Kosten der immer kleiner werdenden Naturräume geschaffen, sondern dem Straßennetz entnommen werden. Der Waldweg sollte besser als Fußweg belassen werden. Es sollte möglich sein, außerhalb des Landschaftschutzgebietes einen alternativen Fahrradweg mit einer Verbindung zur König-Ludwig-Trasse zu finden.

Im weiteren Verlauf führt die Wegplanung der Stadt durch ein Feuchtbiotop am südöstlichen Fuß der Halde Hestermann. Wenn dort schon ein kleiner Weg durchführen soll, dann mit Stegen, um das Biotop nicht zu zerstören. Die beste Lösung wäre, dieses Biotop gar nicht in die Planung einzubeziehen. Die eigentliche Halde ist eingezäunt, unterliegt der Bergaufsicht und darf nicht betreten werden.

Wir wollen schonende Angebote der Naturerfahrung gerade für Kinder schaffen. Sie sollen die Gelegenheit bekommen, die Natur mit allen Sinnen zu erleben. Wenn eine Schul-AG zum Beispiel Baumarten kennenlernen oder eine Schulgruppe Wildblumen an Ort und Stelle zeichnen möchte, so begrüßen wir das sehr!

Wir wollen keine zusätzlichen Verkehrssicherungsmaßnahmen und sind deswegen auch mit dem Förster im Gespräch. Da aber die Stadt sowieso einen naturpädagogischen Bereich im Biotop 0058 plant, könnte unser Angebot so aussehen, dass wir Führungen anbieten und Kleingruppen interessante Orte zeigen: z. B. die umgestürzte Buche oder Wiesenblumen im Frühjahr. Wir wollen Artenkenntnis vermitteln, Zusammenhänge zeigen, z. B. dass das Vorkommen von Aurorafaltern gekoppelt ist an das Vorhandensein von Wiesenschaumkraut und Knoblauchrauke und anderes mehr. Wir wollen einen schonenden Umgang mit der Natur erreichen, Empathie wecken für ihre Schönheiten und ihre Vielfalt - und in dem Sinne wäre es wirklich erstrebenswert, nicht alles zu überplanen. Wir wünschen uns, dass dieser Landschaftsraum nicht zum Nachteil der Natur umgestaltet wird!

Inge Bischof

 

BUND-Bestellkorb